Ein Leitfaden für Partizipation
in der Forschung:
Überblick zu partizipativen Ansätzen
Ziel dieses Teil des Leitfadens ist es, einen Überblick über die vielfältigen bestehenden partizipativen Ansätze und Communities zu geben. Die zur Orientierung und Verortung dienende Typologie dieser Ansätze entstammt der Partizipationsstrategie Forschung des BMBF und wurde von Philipp Schrögel entwickelt.
Neben einer kurzen Beschreibung sind zu jedem der Ansätze drei oder maximal vier ausgewählte weiterführenden Quellen aufgeführt – bevorzugt praxisorientierte Handreichungen, Toolboxen, bestehende Leitfäden oder Überblicksarbeiten. Diese sollen bei Interesse einen Einstieg für eine weitere Befassung bieten.
Typologie zur Verortung in der Partizipationslandschaft
Die Typologie dient dazu, Orientierung zu schaffen und die vielfältigen Ansätze einzuordnen. Sie basiert auf der Typologie aus der Partizipationsstrategie Forschung des BMBF und wurde um zusätzliche Aspekte erweitert. Sie schlägt vier teils überlappende Bereiche vor, um in der gemeinsamen Darstellung einen Überblick zu bieten und ist nicht als strikte Abgrenzung gedacht.

Fokus auf Durchführung von Forschung/Ko-Forschung:
Hier spielt die gemeinsame Ko-Produktion wissenschaftlichen Wissens, ggf. in Verbindung mit alltagsbezogenem Wissen oder anderen Wissensformen die
zentrale Rolle. Die Beteiligten können dabei auf verschiedenen Ebenen mitwirken.
Fokus auf Wissensintegration und Transformation:
Hier liegt der Fokus auf einer breiten Integration unterschiedlicher Wissensbestände, mit einem theoretischen Hintergrund und Implikationen bzw. Transformationsanspruch über den unmittelbaren Forschungskontext hinaus auf eine breitere gesellschaftliche und politische Ebene.
Fokus auf Dialog und Zusammenarbeit:
Hierbei stehen dialogische Ansätze zu Forschung, Forschungspolitik oder Rahmenbedingungen und Ausrichtung von Forschung im Vordergrund. Diese sind zumeist an Forschungsprozesse zu den zugrundeliegenden Themen gekoppelt.
Fokus auf Innovation/Transfer:
Ansätze in diesem Bereich legen einen Schwerpunkt auf die Einbindung gesellschaftlicher Akteur:innen in Innovations-, Design- und Transferprozesse, denen auch ein breites, anwendungsorientiertes Forschungsverständnis zu Grunde liegen kann.
Oft finden sich keine einheitlichen Selbstverortungen und Definitionen innerhalb der Communities. Wo nötig, wurde zur Orientierung in der Typologie eine heuristische Zuordnung vorgenommen. Diese basiert auf verwendeten Definitionen und relevanten Ausprägungen in der Praxis. Generell ist eine Zuordnung von partizipativen Ansätzen kaum trennscharf möglich, weil Begriffe sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext uneinheitlich und in wechselnden Bedeutungen verwendet werden. Weiterhin finden in vielen Partizipations-Communities kontinuierlich Diskussionen zur Weiterentwicklung des Partizipationsverständnisses statt.
Quellen, weiterführende Materialien und wissenschaftliche Literatur:
Bruckermann, T., Henke, J., Schrögel, P. & Sturm, U. (2025). Die Vielfalt der Partizipation in der Forschung: Begriffe, Methoden und Perspektiven (Preprint).
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Referat Strategische Vorausschau, Partizipation, Soziale Innovationen (2023). Partizipationsstrategie Forschung.
Kasberg, A., Müller, P., Markert, C., & Bär, G. (2020). Systematisierung von Methoden partizipativer Forschung. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, 64(2), 146.
Fokus auf Fokus auf Durchführung von Forschung/Ko-Forschung
Citizen Science
„Citizen Science beschreibt die Beteiligung von Personen an wissenschaftlichen Prozessen, die nicht in diesem Wissenschaftsbereich institutionell gebunden sind. Dabei kann die Beteiligung in der kurzzeitigen Erhebung von Daten bis hin zu einem intensiven Einsatz von Freizeit bestehen, um sich gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftlern und/oder anderen Ehrenamtlichen in ein Forschungsthema zu vertiefen.” Im Kern der Zusammenarbeit steht meist die Beantwortung konkreter Forschungsfragen. Die Wurzeln liegen insbesondere in den Natur- und Umweltwissenschaften, aber auch in anderen Forschungsfeldern gibt es lange Traditionen und vielfältige Citizen-Science-Projekte.
(Quellen: Grünbuch Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland (2016) und Weißbuch Citizen-Science-Strategie 2030 für Deutschland (2022))

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Ten Principles of Citizen Science (2015)
Eine Arbeitsgruppe der European Citizen Science Association (ECSA) hat 10 Prinzipien für eine gute Praxis in Citizen Science erarbeitet.
Citizen Science – Gemeinsam forschen! Ein Handbuch für Wissenschaft und Gesellschaft (2025)
Das Open-Access-Handbuch beinhaltet sowohl (empirische) Forschung als auch praxisrelevante Erkenntnisse aus dem Bereich der Citizen Science.
Citizen Science mit Schulen – ein Leitfaden mit 10 Empfehlungen für Projektinitiator*innen (2023)
Der Leitfaden der AG Citizen Science in Schulen in Zusammenarbeit mit Bürger schaffen Wissen / mit:forschen! gibt Hinweise von der Konzeption über die Durchführung bis zur Reflexion spezifisch für Citizen-Science-Projekte mit Schüler:innen.
Gemeinsam. Lokal. Forschen. Einblicke, Tipps und Praxisbeispiele aus dem Wettbewerb: Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt (2024)
Die Handreichung von Wissenschaft im Dialog und dem Museum für Naturkunde Berlin baut auf den Erfahrungen eines Citizen-Science-Wettbewerbs auf und gibt anhand von sechs ausgezeichneten Projekten Tipps zur Projektumsetzung.
Open Science
Die Wurzeln von Open Science liegen in der freien Zugänglichkeit verschiedener Schritte in der Wissenschaft (z. B. Open Access, Open Source, Open Data). Aber Open Science wird in Bezug auf Partizipation auch weitergehend als „inklusives Konzept definiert, das verschiedene Bewegungen und Praktiken vereint, die darauf abzielen, mehrsprachiges wissenschaftliches Wissen für jedermann offen verfügbar, zugänglich und wiederverwendbar zu machen, die wissenschaftliche Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zum Nutzen von Wissenschaft und Gesellschaft zu verstärken und die Prozesse der wissenschaftlichen Wissensproduktion, -bewertung und -vermittlung für gesellschaftliche Akteur:innen über die traditionelle Wissenschaftscommunity hinaus zu öffnen.”

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Rechtsfragen bei Open Science. Ein Leitfaden (2021)
Der Leitfaden gibt einen Überblick über betroffene Rechtsgebiete und adressiert konkrete rechtliche Fragen aus dem Praxiskontext wissenschaftlicher Einrichtungen.
UNESCO Recommendation on Open Science (2021)
Die UNESCO-Empfehlung für Open Science bietet einen internationalen Rahmen für Open Science Policy und Praxis und beinhaltet Grundlagen und konkrete Handlungsempfehlungen.
Your Guide to Open Science in Horizon Europe (2024)
Dieser Leitfaden der Europäischen Kommission gibt Hinweise und Empfehlungen, insbesondere im Kontext einer Horizont-Europa-Förderung.
Partizipative Aktionsforschung
„Partizipative Aktionsforschung ist ein wissenschaftlich-aktivistischer Forschungsansatz, der Communities, Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen zusammenbringt, um gemeinsam Wissen und sozialen Wandel zu schaffen. Der Ansatz ist ein kollaboratives, iteratives, oft ergebnisoffenes Unterfangen, bei dem die Expertise derjenigen, die ein soziales Problem erleben, im Vordergrund steht und systematische Forschungsmetho- den eingesetzt werden, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Es ist kein Forschungsprozess, der von der Notwendigkeit angetrieben wird, Wissen für den wissenschaftlichen Fortschritt oder Wissen um des Wissens willen zu generieren. Ziel ist die Generierung von konkretem Wissen für Handeln und von Wissen durch Handeln.”
(Quelle: Cornish, F., Breton, N., Moreno-Tabarez, U., Delgado, J., Rua, M., de-Graft Aikins, A., & Hodgetts, D. (2023). Participatory action research 🔒 Nature Reviews Methods Primers, 3(1), 34)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
A Toolkit for Participatory Action Research (2017)
Das Toolkit führt verschiedene Methoden auf und gibt Einblicke in Case-Studies auf dem afrikanischen Kontinent im Kontext der Aneignung von Landflächen.
Leitfaden zur Durchführung von Partizipativer Aktionsforschung (PAR) in Bildungseinrichtungen (2024)
Der Leitfaden benennt Herausforderungen und Empfehlungen für die Umsetzung partizipativer Aktionsforschung und beschreibt internationale Erfahrungen.
Participatory Action Research: a toolkit (2023)
Das Toolkit gibt eine Einführung und definiert acht Schritte für Prozesse in der Partizipativen Aktionsforschung.
Patient and Public Involvement
„Unter diesem Begriff werden alle Aktivitäten zusammengefasst, die eine aktive Einbindung von Patientinnen und Patienten in die Planung und Ausführung neuer Forschungsprojekte ermöglichen. Ziel ist es, die Forschung mit oder von statt an, über oder für die Betroffenen zu gestalten, sie als gleichberechtigte Partnerinnen und Partner mitwirken zu lassen. PPI-Vertreter können auch Patientenorganisationen, Angehörige, Pflege- und Betreuungspersonen oder andere interessierte Personen aus der Öffentlichkeit sein. Die reine Teilnahme an einer klinischen Studie oder an einem Humanforschungsprojekt gilt nicht als PPI, da Personen in dieser Rolle zwar an der Forschung teilnehmen, diese aber nicht aktiv mitgestalten.”
(Quelle: Universität Basel, Department für Klinische Forschung)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
A Rough Guide to Public Involvement (2021)
Der Leitfaden zeigt Ansatzpunkte im Forschungsprozess, Ziele, Zielgrupen, Methoden und Evaluationsmethoden zur Patient:*innenbeteiligung auf.
Aktive Beteiligung von Patientinnen und Patienten in der Gesundheitsforschung. Eine Heranführung (2023)
Die Publikation bietet einen Überblick über Konzepte und Begriffe und adressiert das praktische Vorgehen zur Patient:innenbeteiligung in Bezug u.a. auf Partner:innen, Formate, Evaluation und Reporting.
Einbeziehung von Patientenorganisationen in die digitale Gesundheitsforschung (2024)
Mehrere Patient:innenorganisationen und Selbsthilfegruppen in Deutschland haben zusammen ein Positionspapier mit konkreten Punkten zur Umsetzung formuliert.
Handreichung zur Patient*innenbeteiligung an klinischer Forschung (2020)
Die Handreichung adressiert Patient:innenbeteiligung an klinischen Studien im deutschsprachigen Raum.
Partizipative Gesundheitsforschung
„Partizipative Gesundheitsforschung (PGF) ist ein wissenschaftlicher Ansatz, der die Durchführung von Forschung als eine Koproduktion verschiedener AkteurInnen versteht. Der Forschungsprozess wird zwischen allen Beteiligten partnerschaftlich organisiert und kontinuierlich im Hinblick auf die Machtverhältnisse reflektiert. Am gesamten Forschungsprozess soll dabei eine maximale Mitgestaltung der Menschen erreicht werden, deren Lebensbereiche erforscht werden. Zu den Beteiligten gehören insbesondere die Menschen, deren Lebensbereiche erforscht werden und u.a. Fachkräfte und Entscheidungsträger:innen des Gesundheits-, Sozial- oder Bildungswesens, Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler:innen.“
(Quellen: PartNet Netzwerk Partizipative Gesundheitsforschung und Wright, M. T. (2013). Was ist Partizipative Gesundheitsforschung? Positionspapier der International Collaboration for Participatory Health Research 🔒 Prävention und Gesundheitsförderung, 8, 122-131.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Partizipative Forschung. Ein Forschungsansatz für Gesundheit und seine Methoden (2020)
Der Sammelband stellt Forschungsansätze und Methoden für partizipative Forschungsprozesse sowie Beispielstudien vor.
Partizipativ, kompakt, innovativ arbeiten. Ein Handlungsleitfaden. 2. erweiterte und aktualisierte Auflage (2023)
Der übersichtlich aufbereitete Leitfaden konzentriert sich auf die Herausforderungen der Umsetzung von Partizipation im Bereich gesundheitlicher Chancengleichheit und adressiert auch Dissemination und Wirkung.
PartNet-Diskussionspapier: Beteiligte an Partizipativer Gesundheitsforschung (2021)
Das Diskussionspapier reflektiert die Begriffe und Bedeutungen hinter Beteiligten bzw. Praxispartner:innen in partizipativer Gesundheitsforschung.
PartNet-Methodenpapier: Modell für Partizipative Gesundheitsforschung (PGF-Modell) (2022)
Das Dokument umfasst Planung, Reflexion und Evaluation Partizipativer Gesundheitsforschung und gibt Hinweise zur Anwendung.
Reallabore / Living Labs
„In einem Reallabor kommen verschiedene Akteure aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Dort können sich die Beteiligten austauschen, voneinander lernen und gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen arbeiten. Die Umsetzung der Kooperation findet in einem experimentellen Rahmen, bei sogenannten Realexperimenten, statt. Innovative Ideen, Transformationsansätze und neue gesellschaftliche Praktiken werden hier ganz konkret und praxisnah ausprobiert. Reallabore werden oft auch als transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen bezeichnet. Im englischsprachigen Kontext spricht man häufig auch von „Real World Lab“, „Living Lab” oder „Urban Transition Lab“.” Reallabore sind im Gegensatz zu projekthaften Realexperimenten längerfristig angelegt.
(Quelle: Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit. und Parodi, O., Ober, S., Lang, D. J., & Albiez, M. (2024). Reallabor versus Realexperiment: Was macht den Unterschied? GAIA-Ecological Perspectives for Science and Society, 33(2), 216-221.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Ethikkodex für Reallabore der Nachhaltigkeit (Entwurf) (2024)
Der Ethikkodex adressiert die Rahmenbedingungen, Zusammenarbeit und individuelle Herausforderungen für Mitwirkende. Der verlinkte Artikel beschreibt den Prozess und enthält die letzte Version des Entwurfs.
Living Lab Handbook: for Urban Living Labs Developing Nature-Based Solutions (2020)
Das Handbuch baut auf den Projekterfahrungen mit städtischen Living Labs mit dem Fokus auf naturbasierten Lösungen in drei europäischen Städten auf.
Navigating participatory research: a visual guide (2022)
Der visuell aufbereitete Leitfaden stellt Gestaltungsoptionen für partizipative Forschung aus der Perspektive von Participatory Research Innovation and Learning Labs dar.
Reallabore als Testräume für Innovation und Regulierung – Ein Leitfaden für Verwaltungen und Unternehmen (2019)
Der Leitfaden richtet sich zwar an Behörden und Unternehmen, bietet aber einen kondensierten Überblick mit vielen Beispielen und Leitfragen zur Gestaltung.
Community Science / Community-based Participatory Research
„Community Science ist definiert als wissenschaftliche Forschung und Monitoring auf der Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden, die von Communities betrieben und kontrolliert werden, durch ortsbezogenes Wissen und soziales Lernen, kollektives Handeln und Empowerment gekennzeichnet sind und die das normative Ziel verfolgen, verantwortungsbewusste Governance und sozial-ökologische Nachhaltigkeit auszuhandeln, zu verbessern und/oder zu verändern.”
Das Prinzip wird auch unter dem Begriff Community-based Participatory Research verfolgt, der wiederum Bezüge zum Konzept der Partizipativen Aktionsforschung aufweist.
(Quelle: Charles, A., Loucks, L., Berkes, F., & Armitage, D. (2020). Community science: A typology and its implications for governance of social-ecological systems. Environmental Science & Policy, 106, 77-86. und Wallerstein, N. B., & Duran, B. (2006). Using community-based participatory research to address health disparities. Health promotion practice, 7(3), 312-323.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Community-based participatory research. A guide to ethical principles and practice (2nd edition) (2022)
Der praxisorientierte Leitfaden geht insbesondere auf ethische Abwägungen in den Umsetzungsschritten von Community-basierter partizipativer Forschung ein.
Community Science Guidance for Scientists (2018)
Der Leitfaden für Forschende insbesondere in den Geowissenschaften formuliert Hinweise und Empfehlungen für die Gestaltung kollaborativer Projekte.
Community Science Guide (2021)
Der kurze Leitfaden aus der Gewässerforschung im US-amerikanischen Kontext bietet einen Überblick und zeigt Schritte zur Umsetzung eines Community Science Projektes auf.
Reallabore als Testräume für Innovation und Regulierung – Ein Leitfaden für Verwaltungen und Unternehmen (2019)
Der Leitfaden aus der Perspektive von Museen und Science Centern beschreibt drei Phasen der Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Partner:innen bei gemeinschaftlichen Wissenschaftsinitiativen.
Fokus auf Fokus auf Wissensintegration und Transformation
Transdisziplinäre Forschung
Transdisziplinäre Forschungsprojekte haben ihren Ursprung in der Nachhaltigkeitsforschung und sind ein wesentlicher Bestandteil der sozial-ökologischen Forschung. „In der transdisziplinären Forschung (…) besteht eines der Grundprinzipien darin, Erfahrungswissen aus der Praxis in die Wissensproduktion einzubeziehen, um System-, Ziel- oder Handlungswissen für komplexe Problemlagen zu generieren. Weitgehende Einigkeit besteht darin, dass td-Forschungsprozesse gekennzeichnet sind durch eine partizipative Problemdefinition, die methodengeleitete Integration von Wissen und eine differenzierte Aufarbeitung der Ergebnisse für Praxis und Wissenschaft.”
(Quelle: Schäfer, M., & Lux, A. (2020). Transdisziplinäre Forschung wirkungsvoll gestalten. Ökologisches Wirtschaften-Fachzeitschrift, (1), 43-50.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Leitfaden für transdisziplinäre Projekte (2018)
Der Leitfaden des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung (IZKT) an der Universität Stuttgart führt in das Thema ein, schlägt ein Projektdesign vor und beschreibt Organisation, Methoden, Herausforderungen und Potenziale sowie die Verankerung im Hochschulkontext.
Qualitätskriterien transdisziplinärer Forschung. Ein Leitfaden für die formative Evaluation von Forschungsprojekten (2005)
Der Leitfaden für die Forschungspraxis beschreibt Qualitätskriterien sowie Methoden und Verfahren.
Transdisziplinäre Forschung wirkungsvoll gestalten (2020)
Das Konzept beschreibt Qualitätsstandards für wirkungsvolle transdisziplinäre Forschung.
td Academy Methoden Toolbox (2019)
Die Toolbox bietet einen Überblick über eine Vielzahl an Methoden für transdisziplinäre Forschung.
Quadruple Helix
Das Quadruple Helix-Modell beschreibt Forschungs- und Innovationsprozesse und geht davon aus, „dass die vier Kernkomponenten eines Innovationssystems – Wissenschaft, Industrie, Regierung und Gesellschaft – nicht in unidirektionalen Push-Pull-Beziehungen stehen, sondern in vielschichtigen, dynamischen, bidirektionalen Interaktionen. Dies unterstreicht die Rolle der Gesellschaft als wichtiger Akteur in nationalen Innovationssystemen sowie die Bedeutung einer aktiven Einbindung der Öffentlichkeit in Innovationsprojekte.” An diesem grundlegenden Modell setzen dann spezifische partizipative Formate an, um Lösungen für komplexe sozio-technische Herausforderungen zu entwickeln.
Das Modell baut auf dem vorherigen Triple Helix-Modell auf (das allerdings die Zivilgesellschaft nicht beinhaltet). Eine Quintuple Helix-Erweiterung mit der Umwelt als fünfter Dimension findet bisher wenig Anwendung.
(Quelle: Schütz, F., Heidingsfelder, M. L., & Schraudner, M. (2019). Co-shaping the future in quadruple helix innovation systems: uncovering public preferences toward participatory research and innovation. She Ji: The Journal of Design, Economics, and Innovation, 5(2), 128-146.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
6 steps to engage with Quadruple Helix stakeholders (2020)
Der Leitfaden aus dem Projekt Grounding RRI Practices in Research Performing Organisations beschreibt sechs konkrete Schritte zur Einbindung von Stakeholder:innen im Quadruple Helix- Modell.
A quadruple helix guide for innovations (2019)
Der Guide aus dem Projekt In For Care beschreibt auf Basis der Erfahrungen in einem Projekt die Schritte eines Quadruple Helix-Ansatzes und gibt Empfehlungen.
Co-shaping the Future in Quadruple Helix Innovation Systems: Uncovering Public Preferences toward Participatory Research and Innovation (2019)
Der Artikel führt in das Quadruple-Helix-Modell ein und beschreibt Konzepte und zentrale Aspekte.
Fokus auf Fokus auf Innovation/Transfer
Open Innovation
Das Konzept von Open Innovation stammt aus dem Unternehmenskontext: „Open Innovation bezeichnet Innovationsprozesse, die nicht an den Grenzen von Unternehmen oder deren Innovationsabteilungen enden, sondern Akteure unabhängig von deren institutioneller Zugehörigkeit als Ideengeber, Konzeptentwickler oder auch Innovationsumsetzer in die Gestaltung von Innovationen einbinden.” Die Schnittstelle zu Partizipation in der Forschung liegt in anwendungsbezogenen Forschungs- und Entwicklungsprozessen.
(Quelle: Möslein, K. M., & Neyer, A. K. (2009). Open Innovation: Grundlagen, Herausforderungen, Spannungsfelder. In A. Zerfaß & K. M. Möslein (Hg.) Kommunikation als Erfolgsfaktor im Innovationsmanagement: Strategien im Zeitalter der Open Innovation. 85-103.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
How to implement open innovation. Lessons from studying large multinational companies (2009)
Der Bericht gibt einen Überblick über bestehende Ansätze und zeigt auf, wie ein Unternehmen mit der Umsetzung einer Strategie beginnen kann.
How to manage open innovation projects? An integrative framework (2023)
Das Framework für das Management von Open-Innovation-Projekten ist in zehn Schlüsselthemen strukturiert, vom Verständnis von Offenheit bis Kommunikation.
Open Innovation Best Practice Guide (2012)
Der Leitfaden beschreibt Open-Innovation-Aspekte insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
Soziale Innovationen
„Soziale Innovationen umfassen neue soziale Praktiken und Organisationsmodelle, die darauf abzielen, für die Herausforderungen unserer Gesellschaft tragfähige und nachhaltige Lösungen zu finden. Soziale Praktiken können hierbei im Zusammenhang mit neuen Prozessen, Verfahren, Verhaltens- und Handlungsmustern stehen.” An der Entwicklung und Umsetzung können unterschiedliche Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft beteiligt sein, die diese auch in gemeinsamen kollaborativen und partizipativen Prozessen gestalten.
(Quelle: Plattform für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Doing social innovation: a guide for practitioners (2014)
Der kurze Leitfaden richtet sich an Praktiker:innen, bietet einen Überblick und stellt verschiedene Fallbeispiele dar.
Innovationsmanagement für soziale Innovationen. Ein Leitfaden zur Unterstützung der Entwicklung sozialer Innovationen (2023)
Der Leitfaden präsentiert eine Auswahl von Innovationsmanagement-Instrumenten für ein kooperatives Vorgehen entlang eines analytisch-strategischen Prozesses.
Social Innovation: A Practice Guide (2020)
Der Leitfaden mit dem Fokus auf Projekte in ländlichen Gebieten bietet einen grundlegenden Überblick und beschreibt sieben Schritte zur Umsetzung.
Responsible Research and Innovation
Responsible Research and Innovation (RRI) ist ein Konzept, das Forschungs- und Entwicklungsprozesse beschreibt, die, unter anderem mit partizipativen Verfahren, potenzielle Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft berücksichtigen. Konkret ist RRI definiert als „ein transparenter, interaktiver Prozess, bei dem gesellschaftliche Akteur:innen und Innovator:innen im Hinblick auf die (ethische) Akzeptanz, die Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Erwünschtheit des Innovationsprozesses und seiner marktfähigen Produkte aufeinander eingehen (um eine angemessene Verankerung des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts in unserer Gesellschaft zu ermöglichen).”
(Quelle: Von Schomberg, R. (2013). A vision of responsible research and innovation. Responsible innovation: Managing the responsible emergence of science and innovation in society, 51-74.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Responsible Research and Innovation. A quick start guide for science engagement organisations (2016)
Der Guide fasst die Grundlagen von RRI zusammen und stellt verschiedene Fallbeispiele dar.
RRI Tools. A practical guide to Responsible Research and Innovation. Key Lessons from RRI Tools (2016)
Der kurze Guide bietet eine Einführung, stellt Fallbeispiele und Methoden sowie deren Anwendung vor.
Technikinnovationen für die Energiewende verantwortungsvoll gestalten: Ein Leitfaden zur Anwendung des Konzepts der Responsible Research and Innovation (2023)
Der Leitfaden präsentiert ein Indikatoriksystem für eine verantwortungsvolle Gestaltung von Forschung, Technologieentwicklung und Innovation am Beispiel von Energiewendetechnologien.
Partizipatives / Nutzendenzentriertes Design, Co-Design
„Partizipatives Design ist ein kollaborativer Designansatz, der die Endnutzer:innen in den Designprozess einbezieht. Sein Ziel ist es, Produkte und Dienstleistungen zu schaffen, die den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzenden besser entsprechen, indem deren Wissen und Erfahrungen genutzt werden. Partizipatives Design ist auch als kooperatives Design, Co-Design oder Community Design bekannt. Es wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter Architektur, Stadtplanung, UX und Produktdesign. Partizipatives Design basiert auf den Grundsätzen der Zusammenarbeit, der Mitgestaltung und des Empowerments. Die Nutzenden tragen zum Designprozess bei, indem sie Feedback geben, Ideen vorschlagen und an der Entscheidungsfindung mitwirken können.”
(Quelle: Interaction Design Foundation.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Co-design as a service: Methodological guide (2022)
Der Methodenleitfaden stellt die Grundlagen von Co-Design und praktische Umsetzungshinweise dar.
Collaborative design to bridge theory and practice in science communication (2024)
Der Essay adressiert die Rolle von Co-Design in der Wissenschaftskommunikation.
Design by Consensus: Makerspaces (2021)
Der Leitfaden für Facilitation gibt Hinweise zur Gestaltung von Co-Design-Workshops und von kollaborativen, kreativen Makerspaces.
Social Design Guide – Prozesse planen und begleiten (2018)
Dieser als Masterarbeit entstandene Überblick stellt partizipativ ausgerichtete Social Design Theorien und Methoden vor und formuliert Umsetzungsempfehlungen.
Fokus auf Fokus auf Dialog und Zusammenarbeit
Partizipative Technikfolgenabschätzung
„Unter der Bezeichnung partizipative Technikfolgenabschätzung und -bewertung werden Instrumente und Methoden zusammengefasst, die auf eine Beteiligung von Laien und/oder InteressenvertreterInnen (Stakeholder) an TA-Prozessen abzielen und die in unterschiedlicher Weise in Politikberatung eingebunden sind. Wissenschaftliche Expertise nimmt hierbei eine wesentliche Rolle ein, allerdings steht die Diskussion zwischen Laien und ExpertInnen in den meisten Fällen im Vordergrund. (…) Meist sind diese Verfahren deliberativer – erörternder – Natur, zum geringen Teil haben sie eine (allerdings schwache) Entscheidungskomponente. Partizipative Verfahren verfolgen die Integration heterogener gesellschaftlicher Rationalitäten in TA-Prozesse.”
(Quelle: Abels, G., & Bora, A. (2013). Partizipative Technikfolgenabschätzung und -bewertung🔒 Konzepte und Verfahren der Technikfolgenabschätzung, 109-128.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Innovative und partizipative Verfahren der Technikfolgenabschätzung (2021)
Der Bericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag analysiert neun partizipative Verfahren u. a. im Hinblick auf Ziele und Voraussetzungen, Verfahrensablauf, Zeit- und Kostenaufwand.
Leitfaden Partizipativer Verfahren. Ein Handbuch für die Praxis (2006)
Der Leitfaden adressiert die Initiierung und Organisation partizipativer Projekte und beschreibt neben allgemeinen Richtlinien und Hinweisen mehrere Methoden im Detail.
Reinventing Technology Assessment: A 21st Century Model (2010)
Der Bericht beschreibt das Feld partizipativer Technikfolgenabschätzung in den USA und Europa und präsentiert Überlegungen zu Methoden und Strukturen.
Partizipative Wissenschaftskommunikation
Ausgehend vom heutigen Verständnis von Wissenschaftskommunikation als breiter Dachbegriff, bezeichnet Partizipative Wissenschaftskommunikation den Bereich, der gekennzeichnet ist durch „eine aktive Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Bürger*innen, um letztgenannte in den wissenschaftlichen Prozess einzubeziehen, Wissenschaft kritisch zu reflektieren und das kollektive Lernen zu fördern. (…) Wissen wird in partizipativen Wissenschaftskommunikationsformaten multidirektional ausgetauscht, das heißt alle Beteiligten teilen und nutzen es gegenseitig.”
(Quelle: Gantenberg, J.,Henke, J. & Jurack, E. (2024). Potenziale und Herausforderungen partizipativer Wissenschaftskommunikation. Forschungsüberblick und Empfehlungen für die Praxis. Berlin: Transfer Unit Wissenschaftskommunikation.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Participatory science communication needs to consider power, place, pain and ‘poisson’: a practitioner insight (2022)
Der Praxisartikel formuliert anhand von Praxiserfahrungen übergreifende Prinzipien beziehungsweise Ansatzpunkte für partizipative Wissenschaftskommunikation.
Partizipative Wissenschaftskommunikation. Eine Tool-Box für Partizipatives Agenda-Setting und Bürgerredaktionen (2021)
Die Broschüre führt aus, wie responsive (partizipative) Wissenschaftskommunikation mit der Methode einer Bürger:innenredaktion gestaltet werden kann.
Potenziale und Herausforderungen partizipativer Wissenschaftskommunikation (2024)
Der Forschungsüberblick systematisiert Potenziale und Herausforderungen für die partizipative Gestaltung von Wissenschaftskommunikation und formuliert praktische Handlungsempfehlungen.
Public Engagement with Science
„Public Engagement beschreibt die vielfältigen Möglichkeiten, wie die Aktivitäten und Vorteile von Hochschulbildung und Forschung mit der Öffentlichkeit geteilt werden können. Engagement ist per Definition ein wechselseitiger Prozess, der Interaktion und Zuhören beinhaltet, mit dem Ziel, gegenseitigen Nutzen zu schaffen.” Public Engagement kann insofern als Kommunikationsverständnis bzw. Haltung verstanden werden, dessen Kernelemente der kritisch-konstruktive Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und wechselseitiges Lernen sind.
(Quelle: National Co-ordinating Centre for Public Engagement (UK).)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Planning your public engagement activities: Step by step guide (2016)
Das Übersichtsblatt führt sechs Schritte und deren konkrete Ausgestaltung für die Umsetzung von Public-Engagement-Aktivitäten aus.
Public engagement: a practical guide (2017)
Der Praxisleitfaden beschreibt mit Leitfragen, Empfehlungen und Praxisbeispielen fünf Schritte für die Umsetzung von Public-Engagement-Aktivitäten.
Public-Engagement-Kodex (2023)
Der kollaborativ erarbeitete Kodex beschreibt Vision, Mission sowie Prinzipien für die Gestaltung von Public Engagement in einer demokratischen Gesellschaft.
Wissenschaftsläden
Wissenschaftsläden sind nicht nur ein Format, ihre Ursprünge liegen außerhalb von Forschungseinrichtungen, als unabhängige Mediatoren zwischen Gesellschaft und Wissenschaft. Sie „ermöglichen also Bürgern und gesellschaftlichen Gruppen den Kontakt zu wissenschaftlicher Forschung und wissenschaftlichen Erkenntnissen und fördern die kritische Nutzung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse. Sie befinden sich am Schnittpunkt von Wissenschaft und Gesellschaft – und sie behandeln praktische Probleme (…). Ein Grundelement, das Wissenschaftsläden von anderen Einrichtungen des Wissenstransfers unterscheidet, ist ihr von der Basis ausgehender Ansatz.”
(Quelle: Peter, B., & Steinhaus, N. (2012). Wissenschaftsläden: Wissens-Broker mit weltweit gutem Ruf🔒 Handbuch Wissenschaftskommunikation, 117-123.)

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Gemeinsam Forschung gestalten. Handreichung zu partizipativer Forschung (2020)
Die Handreichung geht vom Konzept eines Sozial-Wissenschaftsladens an Hochschulen als Schnittstelle aus und fasst Beispiele und Umsetzungshinweise zusammen.
Pop-Up Science. Transforming empty shops into creative spaces for science engagement (2017)
Dieser Leitfaden adressiert nicht klassische Wissenschaftsläden, sondern als Mischform mit anderen Ansätzen des Public Engagements die Zwischennutzung leerer Geschäftsräume als Pop-Up-Wissenschaftsladen.
Science Shops Establishment Guide (2018)
Dieser Leitfaden befasst sich mit den wichtigsten Aspekten der Einrichtung und des Betriebs eines Wissenschaftsladens, wobei verschiedene Arten von Organisationsmodellen für Wissenschaftsläden berücksichtigt werden.
Leitfäden, die nicht einem spezifischen Ansatz zugeordnet sind
Insgesamt sind die Begriffe und Verständnisse partizipativer Ansätze in der Forschung oft nicht trennscharf und überlappen sich oder nehmen aufeinander Bezug. Die Strukturierung der hier zusammengefassten Ansätze und jeweiligen ausgewählten Quellen zum Einstieg ist daher nicht als strikte Trennung zu verstehen, sondern als Orientierungshilfe. Darüber hinaus gibt es aber auch Materialien, die, ohne auf einen dieser Ansätze festgelegt zu sein, übergreifende Leitfäden oder Praxisempfehlungen für Partizipation in der Forschung präsentieren. Auch hierzu sind beispielhaft drei Leitfäden vorgestellt.

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Broadening Perspectives on Broadening Participation in STEM (2018)
Das Toolkit mit dem Fokus auf naturwissenschaftliche Disziplinen beinhaltet organisationsbezogene Empfehlungen und führt viele weiterführende Materialien auf.
Leitfaden Partizipative Forschung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen (2023)
Der Leitfaden ist fokussiert auf partizipative Forschungsprojekte mit Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, beschreibt neben zwei Beispielprojekten die theoretischen Grundlagen und gibt Empfehlungen anhand der Phasen eines Forschungsprozesses.
PRO-Ethics Ethics Framework and Guidelines for Participatory Processes in the Activities of Research Funding Organizations (2023)
Das Framework soll die ethische Vorbereitung, Durchführung und Bewertung von partizipativen Prozessen in der Forschungsförderung und (angewandten) Forschung & Innovation unterstützen.
Exkurs: Leitfäden zu Partizipation Allgemein
Jenseits der Anwendung spezifisch in und für Forschung sind Prozesse zur Bürger:innenbeteiligung auch in anderen Bereichen anzutreffen. Insbesondere im Bereich der politischen Beteiligung sowie der Partizipation in Planungs- und Verwaltungsverfahren gibt es eine lange bestehende und umfassende Expertise und entsprechend eine große Anzahl von Leitfäden und Empfehlungen. Diese hier auch nur annähernd in der Breite wiederzugeben ist nicht möglich. Zudem liegt der Fokus des im Rahmen von PartWiss erarbeiteten Leitfadens auf Partizipation in der Forschung. Dennoch sind als Ausblick und für mögliche Inspirationen im Folgenden vier beispielhafte Leitfäden aus weiteren Partizipationskontexten aufgeführt.

Ausgewählte Leitfäden, Praxisempfehlungen und Handreichungen:
Handbuch Bürgerbeteiligung. Verfahren und Akteure, Chancen und Grenzen (2012)
Das Handbuch bietet einen breiten Überblick über partizipative Prozesse und deren Einordnung, stellt mehrere Methoden im Detail vor und vergleicht diese.
OECD Guidelines for Citizen Participation Processes (2022)
Die Leitlinien beschreiben zehn Schritte für die Planung und Umsetzung partizipativer Prozesse und führen Methoden, Praxisbeispiele und Qualitätsprinzipien aus.
Praxisleitfaden: Partizipation im digitalen Zeitalter Ein Leitfaden zur Gestaltung von Partizipationsprozessen entlang des politisch-administrativen Policy Cycles (2023)
Der Leitfaden beinhaltet grundlegende Prinzipien, eine Methodenübersicht und Checklisten für die Umsetzung, ausgerichtet an politisch-administrativen Prozessen.
Qualität von Bürgerbeteiligung: Zehn Grundsätze mit Leitfragen und Empfehlungen (2017)
Die Publikation formuliert zehn Grundsätze für die Qualität von Bürger:innenbeteiligung und gibt Hinweise und praktische Empfehlungen.