Call for Participation

PartWiss-Konferenz 2024 „Leitlinien für Partizipation in der Forschung”

Motivation & Ziel

Partizipative Ansätze gewinnen in vielen Forschungsfeldern zunehmend an Bedeutung, die Spanne reicht dabei von der partizipativen Sozial- und Gesundheitsforschung, über Citizen Science, transdisziplinäre und transformative Forschungsansätze, bis hin zur partizipativen Technikfolgenabschätzung und partizipativen Wissenschaftskommunikation. Diese und andere Forschungsmodi partizipativer und transdisziplinärer Wissenschaft bauen auf einer großen Pluralität von beteiligten Akteur:innen, Traditionen und Erfahrungen sowie Theorien und Methoden auf, die bisher allerdings wenig miteinander im Austausch standen. 

Ziel der PartWiss Konferenzen zur Vernetzung und Stärkung von Partizipation in der Wissenschaft ist es, den wissenschaftlichen Austausch über die Herausforderungen und Potenziale partizipativer und transdisziplinärer Forschung zu intensivieren und die Vernetzung der relevanten Akteur:innen weiter zu stärken. Vor diesem Hintergrund laden wir Interessierte auch in diesem Jahr ein, sich an der PartWiss 24 Konferenz zu beteiligen. Diese findet vom 4. bis 6. Dezember in Berlin statt und wird vom CeRRI, Fraunhofer IAO, gehostet.

Eckdaten PartWiss 24

Datum: 04.-06.12.2024
Ort: silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin
Deadline: Einreichungsfrist für Abstracts bis zum 08.07.2024 über conftool.net/partwiss24
Kosten: kostenfrei

Themenschwerpunkte

Das zentrale Thema der Konferenz ist „Leitlinien für Partizipation in der Forschung”. Durch die Orientierung an Leitlinien kann partizipative Forschung angemessen und zielführend geplant, durchgeführt und evaluiert werden. Leitlinien können auf theoretischen Erkenntnissen und Erfahrungen basieren. Ziel der Konferenz ist es, ausgehend von Handlungsempfehlungen und Qualitätskriterien, die in den verschiedenen Forschungsfeldern bereits Anwendung finden, Synergien und Unterschiede einerseits, sowie Möglichkeiten und Grenzen für übergeordnete Leitlinien für Partizipation in der Forschung andererseits zu reflektieren. 

Gleichzeitig soll die Konferenz Raum für theoretische und methodische Reflexionen zu partizipativer und transdisziplinärer Forschung bieten. Außerdem soll mit dem Thema Wissenschaftsskepsis und Partizipation eine aktuelle gesellschaftliche Debatte aufgegriffen und im Rahmen der Konferenz diskutiert werden. Besonders begrüßt werden daher Beiträge zu folgenden Themen und Fragen, sind aber nicht darauf beschränkt:

1. Leitlinien & Qualitätskriterien

Es gibt eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen und Qualitätskriterien, die in verschiedenen Forschungscommunities zu Partizipation und Transdisziplinarität entwickelt wurden. Diese setzen oftmals unterschiedliche Schwerpunkte. Diese Empfehlungen müssen in der Praxis häufig an projektspezifische Anforderungen angepasst werden. Für die Entwicklung gemeinsamer Leitlinien möchten wir diskutieren: (hier weiterlesen)
  • Welche zentralen Handlungsempfehlungen und Qualitätskriterien, Ethikkodizes oder Selbstverpflichtungen existieren in den verschiedenen Communities und wie werden diese in der konkreten Forschungspraxis umgesetzt?
  • Was sind die zentralen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen existierenden Leitlinien in den verschiedenen Forschungs- und Partizipationsformen?
    • Welche Schnittmengen können identifiziert und sinnvoll für die Weiterentwicklung von Leitlinien für Ansätze partizipativer Forschung genutzt werden? 
    • Welche Herausforderungen und Grenzen der Übertragbarkeit von Leitlinien werden hierbei sichtbar?
  • Welche Evaluationskriterien und -methoden, Möglichkeiten der Operationalisierung und weitere Ansätze aus der Wirkungsforschung sind für übergeordnete Leitlinien relevant?
  • Welche Beispiele aus der Praxis zeigen, wie Leitlinien in partizipativen Forschungsprojekten erfolgreich umgesetzt werden?
  • Unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen findet partizipative Forschung statt (und welche Bezüge ergeben sich daraus für die Leitlinienentwicklung)?
  • Welche Strukturen und Prozesse braucht es für eine erfolgreiche Operationalisierung von Leitlinien?

2. Reflexion von Konzepten und Methoden partizipativer Forschung

Partizipative Forschungsansätze basieren auf einer Vielzahl von Theorien, Methoden und Methodologien. Diese sollen in diesem Themenschwerpunkt im Sinne eines Wissensaustausches zwischen den unterschiedlichen Forschungscommunities aufgegriffen und reflektiert werden. Hier ergeben sich folgende Fragen: (hier weiterlesen)
  • Welche theoretischen und methodologisch-methodischen Reflexionen können für die Weiterentwicklung der Partizipation in der Forschung sinnvoll genutzt werden und wo zeigen sich Herausforderungen und Grenzen in Bezug auf
    • Forschungsziele und Zielgruppen
    • Auswahl und Beitrag der Projektbeteiligten, insbesondere der außerwissenschaftlichen Akteur:innen
    • Integration heterogener Wissens- und Erfahrungsbestände
    • Nachweis des Mehrwerts bzw. der Wirksamkeit von partizipativen Forschungsansätzen
    • Forschungsmethoden, Forschungsinstrumente und Forschungsdatenmanagement sowie die Präsentation und Kommunikation von Ergebnissen
    • Erkenntnisse zur Wirkung partizipativer und transdisziplinärer Forschung
  • Welche Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen ergeben sich aus einer theorie- und methodengeleiteten Perspektive heraus für partizipative und transdisziplinäre Forschung in Bezug auf
    • Empowerment und Selbstbestimmung der Beteiligten
    • Berücksichtigung von Wissensvielfalt, Diversität und Intersektionalität in der Forschung
    • Reflexion der eigenen Rolle als Forscher:in im partizipativen Forschungsprozess in Bezug auf Machtbeziehungen und Legitimation

3. Aktuelle gesellschaftliche Herausforderung: Wissenschaftsskepsis und Partizipation 

Wissenschaftsskepsis bezieht sich auf Zweifel oder Misstrauen gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen, Methoden oder Institutionen und zeigt sich in ganz unterschiedlichen Bereichen, wie im Umgang mit der COVID-19-Pandemie oder dem Klimawandel. (hier weiterlesen)

Partizipative Forschung kann und möchte zur Reduzierung von Wissenschaftsskepsis beitragen, indem sie Menschen aktiv in wissenschaftliche Prozesse und Entscheidungen einbezieht und so Vertrauen und Verständnis für wissenschaftliche Methoden, Ergebnisse und wissenschaftsbasierte Lösungsansätze für gesellschaftliche Fragestellungen stärkt.

Partizipation macht Forschung transparent, bietet aber vor allem auch die Chance, dass Forschung ganz konkret in den Lebenswelten der Betroffenen verankert und validiert wird. Daneben bieten partizipative und transdisziplinäre Ansätze die Möglichkeit, neue Forschungsthemen mit Bürger:innen, der organisierten Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik zu diskutieren, gemeinsam Fragestellungen und Lösungen zu entwickeln, innovative Methoden und Ansätze zur Bearbeitung gesellschaftlich drängender Fragen zu erproben und den multi-direktionalen Wissensaustausch wissenschaftlicher und außerwissenschaftlicher Akteur:innen langfristig zu verbessern.

Partizipation in der Forschung bietet also auf mehreren Ebenen die Chance, Kompetenzen aller Beteiligten auf- und auszubauen, Bedenken abzubauen, sowie auf die weitere Demokratisierung des Wissenschaftssystems hinzuarbeiten. Wissenschaftsskepsis kann auch beeinflussen, ob und wie Menschen bereit sind, an partizipativer Forschung teilzunehmen. Im Rahmen der PartWiss 24 wollen wir den komplexen Zusammenhang von Wissenschaftsskepsis und Partizipation gemeinsam diskutieren:

  • Wie können partizipative Forschungsansätze Wissenschaftsskepsis zu begegnen, Vertrauen schaffen und zum Abbau von Vorbehalten beitragen? 
  • Was können Forschende tun, um Fehlinformationen zu entkräften?
  • Welche Good und Best Practices und Formate zum Umgang mit Wissenschaftsskepsis gibt es?
  • Welche Formate eignen sich besonders für Personengruppen, die der Wissenschaft skeptisch gegenüberstehen?
  • Welche Einsichten und Erfahrungen und Erkenntnisse ergeben sich aus dem Umgang (und ggf. der Zusammenarbeit) mit Akteur:innen, die der Wissenschaft skeptisch gegenüberstehen?
  • Wie kann ein erfolgreicher und ausgeglichener Wissenstransfer zwischen unterschiedlichen Akteur:innen im Forschungsprozess gewährleistet werden?
  • Wie können gemeinsam Lösungsansätze für wissenschaftlich-gesellschaftliche Fragestellungen entwickelt werden?

4. Offene Themen

Wir freuen uns über Beitragsvorschläge aus allen wissenschaftlich-theoretischen und praktischen Perspektiven, die Bezüge zu Partizipation in der Forschung haben und Einblicke in konkrete Aktivitäten bieten. Dazu gehören u.a.:  (hier weiterlesen)
  • Partizipative Gesundheits- und Sozialforschung
  • Wissenschafts- und Technikforschung / science and technology studies/ Technikfolgenabschätzung
  • Citizen Science
  • Reallabore
  • Partizipatives Design, Partizipative Technikgestaltung und RRI
  • Partizipative Aktionsforschung
  • Geschichtswerkstätte
  • Data Sprints/Hackathons
  • Public Engagement with Science
  • Transdisziplinarität, Transformationsforschung und transformative Forschung
  • Partizipations- und Transdisziplinaritätsforschung
  • Partizipative Wissenschaftskommunikation, kulturelle und künstlerische Formate


Formate zur Einreichung

  • Closed Panel, gemeinsame Vortrags-Session mit Vorschlägen für verschiedene Vorträge oder Diskussions-Panel durch mehr als eine Person / Institution, 90 Minuten (maximal 400 Wörter)
  • Workshops, interaktive Formate durch mehr als eine Person / Institution, 90 oder 180 Min. (max. 400 Wörter)
  • Lightning Talk, 5 Min. (max. 150 Wörter)
  • Poster & Exponate, (max. 150 Wörter)
  • Wissenschaftlicher Fachvortrag, 20 Min. (max. 250 Wörter)
Weiteres zum Format der Konferenz: (hier weiterlesen)

Die Konferenz wird sowohl zentrale als auch parallele Programmteile anbieten, sowie auch längere, auf Kollaboration ausgerichtete Formate wie Workshops in einem Pre-Conference-Zeitraum am Mittwoch, den 4. Dezember. Die Konferenz selbst beginnt am 4. Dezember mit einer Abendveranstaltung. Wir bitten Beitragende verstärkt um gemeinsame Einreichungen für Vortrags-Sessions, bspw. aus bestehenden Arbeitsgruppen oder Verbünden heraus, um sowohl eine gewisse Repräsentativität von – als auch pragmatischen Anschluss an – bestehende Diskurse und aktuelle Aushandlungen zu ermöglichen. Nach Möglichkeit bitten wir darum, auch außerwissenschaftliche Kollaborationspartner:innen bei diesen Einreichungen einzubeziehen und zur Konferenzteilnahme einzuladen. 

Beiträge über einzelne Ergebnisse, Fallstudien oder Forschungsprojekte sollen bitte vorrangig als Poster oder Lightning Talk eingereicht werden. Der zeitliche Rahmen und damit die Anzahl für einzelne Fachvorträge außerhalb der gemeinsamen Vortrags-Sessions ist begrenzt und die Auswahl kompetitiv.

Wir sind darüber hinaus offen für weitere innovative und interaktive Formate vor Ort, die eine aktive Teilnahme der Konferenzteilnehmer:innen fördern und die Diskussionen bereichern, wie Objekte, Darstellungen, Performances, etc. Für solche Vorschläge bitten wir um frühzeitige Kontaktaufnahme oder Direkteinreichung im Format „Poster & Exponate“.

In Kooperation mit der Konferenz findet zudem die Mitgliederversammlung der Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF) statt. Für weiteren Austausch und Vernetzung wird im Rahmen der Konferenz ebenfalls Raum sein.


Konferenzorganisation 2024


Programmkommission 2024

Die Mitglieder der Programmkommission für die PartWiss 24 sind, in alphabetischer Reihenfolge: (hier weiterlesen)
  • Albiez, Marius, Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel | ITAS am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Ahrend, Christine, Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung e.V.
  • Backhaus, Julia, Living Labs Incubator, RWTH Aachen University
  • Behrisch, Birgit, PartNet Netzwerk für Partizipative Gesundheitsforschung
  • Bischof, Andreas, Technische Universität Chemnitz 
  • Bonn, Aletta, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig & Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig
  • Breitenberger, Ingrid, Fraunhofer-Gesellschaft, Abteilung Bürgerformate und Initiativen in der Fraunhofer-Gesellschaft
  • Bremer, Judith, Karlsruher Institut für Technologie
  • Burwitz, Martin, Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung e.V.
  • Duchek, Stephanie, Fraunhofer IAO | Center for Responsible Research and Innovation CeRRI      
  • Kaiser, Simone, Fraunhofer IAO | Center for Responsible Research and Innovation CeRRI
  • Kessler, Marte, Stifterverband
  • Liedtke, Christin, Helmholtz-Gemeinschaft, Geschäftsstelle Berlin
  • Mbah, Melanie, AG “Formate, Methoden & Kontext”, Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung e.V.
  • Mewes, Julie, Technische Universität Chemnitz
  • Molthagen-Schnöring, Stefanie, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
  • Peters, Birte, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig & Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig 
  • Podann, Audrey, Technische Universität Berlin 
  • Schäfer, Martina, tdAcademy Forschungs- und Community-Plattform für Transdisziplinarität
  • Schaffert-Ziegenbalg, Cora, VolkswagenStiftung
  • Schrögel, Philipp, Technische Universität Chemnitz
  • Schweizer, Pia-Johanna, Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit– Helmholtz-Zentrum Potsdam
  • Voigt-Heucke, Silke, mit:forschen! 
  • Walter, Andrea, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW
  • Weyrauch, Mona, VolkswagenStiftung
  • Wieck, Kathrin, Technische Universität Berlin
  • Wulf, Jessica, Fraunhofer IAO | Center for Responsible Research and Innovation CeRRI
  • Zöller, Welf, Dialogkommunikation in der Fraunhofer-Gesellschaft und Fraunhofer-Forum Berlin

Neugierig?

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